BAU EINES INTERNATS
IM STAMMESGEBIET

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Die Klassenräume nehmen Gestalt an, Dezember 2023

Seit unserem letzten Bericht im Sommer hat sich viel auf der Baustelle getan. Die drei Klassenräume nehmen Gestalt an und wenn alles nach Plan läuft, wird das Gebäude im ersten Quartal 2024 fertig gestellt werden. Jedoch ist dies erst der Anfang und die Finanzierung der Schlafsäle ist derzeit noch nicht gesichert. Daher sind wir für ihre Unterstützung sehr dankbar, unsere Vision von besserer Bildung zur Bekämpfung des Mingi Aberglaubens umzusetzen. Jeder Euro zählt! Das Omotal war von den außergewöhnlich starken Regenfällen in Ostafrika im Herbst betroffen, was zu einigen Verzögerungen und Komplikationen beim Bau geführt hat. Inzwischen hat aber die Trockenzeit begonnen und der Bau geht zügig voran, insbesondere durch die großzügige Unterstützung von Fly & Help. Positiver Nebeneffekt: durch den Regen wachsen die gepflanzten Obstbäume schnell. Vor einigen Wochen waren bereits die ersten Früchte zu bestaunen. Was für ein schöner Erfolg!

Projektbesuch Juli 2023, August 2023

ein Bericht von Carmen Kisters

Im Juli 2023 hatte ich die Gelegenheit, die Baustelle vor Ort gemeinsam mit zwei Freundinnen zu besuchen. Die Fahrt dorthin zeigte bereits eine der großen Herausforderungen des Projekts: es ist eine lange, 4-5-stündige Fahrt von Jinka. Die letzten 26km geht es über eine holprige Sandpiste, die in der Regenzeit teils wochenlang nicht passierbar ist. Bereits in unserem Allradfahrzeug werden wir gut durchgeschüttelt. Es macht uns bewusst, was dies für die LKWs mit Baumaterialien bedeutet, und dass die Bauarbeiter wochenlang vor Ort campen müssen, da eine tägliche Anreise unmöglich ist.

Als wir das Grundstück erreichen, bin ich zunächst überrascht, wie groß das Terrain ist. Es ist wunderschön direkt am OMO Fluss gelegen, was für die Wasserversorgung wichtig ist, und verfügt über einen beeindruckenden Baumbestand, der Schatten spendet. Dies ist auch nötig, denn bereits am frühen Morgen ist es sehr heiß.

Während unseres Besuchs werden wir von Lale Labuko, Gründer und Präsident von OMO Child, geführt. Vor Ort arbeiten ca. 35-40 Bauarbeiter, die von 3 Frauen aus den umliegenden Dörfern bekocht und versorgt werden. Die Bedingungen, unter denen die Menschen dort leben, sind extrem einfach. Immerhin gibt es aber eine Dusche. Während der Mittagshitze machen die Bauarbeiter im Schatten Pause und genießen einen frisch gerösteten lokalen Kaffee, zu dem wir eingeladen wurden. Aus Vorsicht habe ich allerdings nur einmal an der Kalabasse, in der der Kaffee gereicht wurde, genippt. Die Pause gibt mir die Gelegenheit, mich bei den Arbeitern und Köchinnen für ihre harte Arbeit zu bedanken.

Seit Beginn der Bauarbeiten wurden zunächst auf einem Teil des Grundstücks die Büsche entfernt. Da durch das Grundstück ein Pfad zu den Feldern von Dus ging, musste eine neue Straße in den Busch geschlagen werden. Außerdem wurde das Gelände zum Schutz vor Tieren und unerwünschten Gästen eingezäunt. Die Wasserversorgung wurde mit einer Pumpe, die Wasser aus dem Omo-Fluss pumpt, sowie einem ersten Wassertank gesichert. Endlich ergaben all die Fotos, die ich bislang zugeschickt bekommen hatte, einen Sinn für mich. Das Ausmaß der Vorbereitungen vor dem eigentlichen Baubeginn hatte ich aus Deutschland heraus deutlich unterschätzt.

Und auch der Bau der Gebäude ist viel komplizierter als mir das vorher klar war. Durch den sandigen Boden musste ein Fundament 3m in die Tiefe gebaut werden, bevor nun langsam die ersten Mauern überirdisch zu sehen sind. Zeitgleich wurde der Bau dreier Gebäude gestartet: die Klassenräume, der Schlafsaal sowie das Gästehaus für die Lehrer. Insbesondere Letzteres ist sehr wichtig, um gute Lehrer für die Schule gewinnen zu können. Alle Arbeiten vor Ort sind händisch, Maschinen sucht man vergeblich. Ich habe höchsten Respekt vor den Bauarbeitern, in dieser Hitze zu arbeiten.

Nach dem Besuch der Baustelle besichtigen wir die neu angelegten Bananenstauden und anderen Obstbäume wie  Mango, Papaya und Avocado. 450 Bäume wurden bisher gepflanzt, 1.000 sollen es werden, um die Nahrungsmittelversorgung zu sichern.  Auch ich und meine beiden mitgereisten Freundinnen dürfen einige Bananenstauden pflanzen. Ein tolles Erlebnis, auf diese Weise teilhaben zu dürfen. Im nächsten Frühjahr sollen bereits die ersten Bananen geerntet werden können. Dazu müssen die Pflanzen jedoch täglich bewässert werden, was von Dorfbewohnern aus Dus erledigt wird.

Lale Labuko erklärt uns geduldig das gesamte Projekt und hebt mit Stolz heraus, was in der kurzen Zeit bereits erreicht wurde. Er gibt aber auch zu, dass das Projekt sehr herausfordernd ist. Nachdem ich die Baustelle mit eigenen Augen gesehen habe, ist mir dies auch endgültig klar geworden. Aber die Vision, hochwertige Bildung in die Region zu bringen und damit der Jugend eine neue Chance zu geben, treibt uns beide an. Uns ist aber auch klar, dass wir bis zur Eröffnung des Internats noch Einiges vor uns haben – sowohl hinsichtlich der noch offenen weiteren Finanzierung, als auch der Implementierung vor Ort.

Weitere Impressionen von der Baustelle

Der Anfang ist gemacht, Mai 2023

Das Projekt wurde Ende April 2023 mit der feierlichen Zeremonie die Grundsteinlegung gestartet.

In der ersten Phase wurde der Bau von drei Gebäuden begonnen:

  • 3 Schulräume
  • 1 Schlafsaal für Jungen und Mädchen
  • 1 Gästehaus insb. für die Lehrer

Eine erste Finanzierung für Schulräume erfolgte über die Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP. Der Bau des Gästehauses wird aus den USA heraus unterstützt.

Darüber hinaus stellt die Regierung ca. 1000 Bananenstauden und andere Obstbäume zur Verfügung, um die Versorgung vor Ort mit Nahrungsmitteln zu fördern. Diese werden in den nächsten Monaten nach und nach gepflanzt.

Eine besondere logistische Herausforderung ist die abgeschiedene Lage (ca. 4-5 Autostunden von Jinka).

Ziel ist es, die Schule zum neuen Schuljahr im September 2025 zu eröffnen. Wir wollen klein anfangen, mit ca. 25-30 Kindern, um das Internat danach weiter auszubauen.

Vision und Zielsetzung, Februar 2023

  • Nur 20 % der Kinder in der South Omo Zone schließen die Grundschule ab. Mangelnde Bildung hält schädliche Traditionen wie Mingi-Aberglauben, Kinderheirat oder körperliche Gewalt am Leben
  • Unsere Vision ist es, durch Bildung und Gesundheitsdienste für die Kinder die Stämme in der Region zu mehr Wohlstand zu entwickeln. Eine neue Generation, die sachkundig und gebildet ist, kann ein Vorbild zur Beendigung von schädlichen traditionellen Praktiken sein.

So haben wir unser neues Projekt im Stammesgebiet der Hamar, Kara und Bena gestartet, welches  auf diese Notwendigkeiten abzielt:

Ein hochwertiges Grundschulinternat (Klasse 1-8), Zugang zu sauberem Wasser und zu regelmäßiger Nahrung sind Eckpfeiler, um die Situation der Kinder zu verbessern.

  • Die tiefe Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft und ein Fokus auf Nachhaltigkeit sind der Schlüssel zum Erfolg; Die Gemeinschaften müssen den Wert der Bildung verstehen. Das Bewusstseins in den Gemeinschaften muss geschärft werden, um die schädlichen traditionellen Praktiken zu bekämpfen.
  • Als Standort wurde Dus, ein Kara Dorf am Ufer des Omo Flusses gewählt. Die Stammesältesten verschiedener Dörfer haben sich bei OMO Child in Jinka selbst von dem Projekt überzeugt, bevor sie das Land freigegeben haben.
  • Ein schrittweiser Ansatz reduziert die mit dem Projekt verbundenen finanziellen Risiken. Die Projektleitung von OMO Child Ethiopia stellt die Zustimmung der lokalen Gemeinschaften sicher und nutzt die Erfahrungen aus früheren erfolgreichen Projekten in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern.

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